Warum Welpen, Kitten und trächtige Tiere keine Extraportion brauchen
In dieser Folge,
#103 – Calcium beim BARFen: Wenn gute Absicht schief geht,
sprechen wir darüber, warum Calcium in der Fütterung oft falsch eingeschätzt wird. Ausgangspunkt ist die Frage, ob „mehr hilft mehr“ gilt. Wir erklären, dass das bei erwachsenen Tieren zwar oft weniger problematisch ist, bei Welpen, Kitten sowie trächtigen und säugenden Tieren aber schnell kritisch werden kann.Wir zeigen, dass nicht nur die Calcium-Menge zählt, sondern die gesamte Tagesration mit Calcium und Phosphor. Bei Fertigfutter wird diese Berechnung vorab gemacht, beim Barfen liegt die Verantwortung für die Planung bei uns selbst. Gerade bei jungen Tieren, großen Rassen und in Wachstumsphasen ist eine genaue Berechnung wichtig, weil sich Fehler später schwerer korrigieren lassen.Für Hunde nennen wir typische Fehlerquellen: Knochen werden nach Prozenten statt nach Mineralstoffgehalt eingeplant, Erwachsenenrationen werden einfach verkleinert übernommen, Eierschalenpulver wird ungenau mit dem Löffel dosiert, mehrere Calciumquellen werden addiert, ohne sie zu bilanzieren, und die Ration wird im Wachstum nicht angepasst. Auch eine zu hohe Energiezufuhr kann das Wachstum und damit die Belastung des Skeletts beeinflussen.Bei Katzen ist der klassische Fehler oft das Gegenteil: zu wenig Calcium bei reinen Fleischrationen. Wenn keine Knochen gefüttert werden, muss die Calciumquelle sehr genau dosiert werden. Für Kitten gilt ebenfalls, dass das Präparat zur gesamten Ration und zur jeweiligen Wachstumsphase passen muss.Bei Trächtigkeit und Laktation betonen wir, dass nicht automatisch Calcium ergänzt werden sollte. Entscheidend ist eine vollständige, bedarfsdeckende Ration. Bei säugenden Tieren sind Warnzeichen wie Zittern, Unruhe, steifer Gang, Krämpfe, Schwäche oder Futterverweigerung sofort tierärztlich abzuklären.Zum Schluss ordnen wir Calciumquellen ein: rohe fleischige Knochen und Knochenmehl liefern Calcium und Phosphor, Eierschalenpulver, Calciumcarbonat und Algenkalk liefern vor allem Calcium. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis ist dabei nur eine Kontrollgröße; wichtig bleiben die absoluten Mengen und die passende Ration für die Lebensphase.